Früher schrieb man Briefe. Dann E-Mails. Dann Blogs. Dann kamen Facebook, Instagram, X und all die anderen digitalen Marktplätze, auf denen jeder gleichzeitig ruft und kaum noch jemand zuhört.
Ich mag Technik. Sehr sogar. Sie zieht sich durch mein halbes Leben. Ohne digitale Kommunikation wären manche Begegnungen in meinem Leben vermutlich nie entstanden. Und trotzdem frage ich mich inzwischen häufiger: Wem gehören eigentlich die Gedanken, die ich dort veröffentliche?
Mir?
Dem Netzwerk?
Dem Algorithmus?
Oder demjenigen, der gerade entscheidet, was sichtbar wird und was verschwindet?
Vielleicht ist das einer der Gründe, warum ich diese Freigeist-Bar eröffnet habe. Nicht als Gegenwelt zum Internet. Sondern als eigener kleiner Ort darin.
Hier bestimme ich selbst, was auf dem Tresen liegt. Kein Algorithmus entscheidet, ob ein Gedanke relevant genug ist. Niemand verlangt nach Reichweite, Likes oder täglichem Nachschub.
Manchmal möchte ich einfach etwas in eine Flasche stecken, einen Korken draufsetzen und sie ins digitale Meer werfen.
Vielleicht findet sie jemand.
Vielleicht auch nicht.
Aber wenn jemand sie findet, öffnet und sich denkt: „Darüber könnte man eigentlich mal reden“ – dann hat die Flaschenpost ihren Zweck erfüllt.

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