Eine der merkwürdigsten Fragen unserer Gesellschaft lautet:
„Was machst Du?“
Gemeint ist fast immer: Was arbeitest Du?
Als wäre damit geklärt, wer jemand ist.
Ich habe viele Jahre gearbeitet. In unterschiedlichen Rollen, Unternehmen, Projekten und Berufen. Arbeit hat mir Möglichkeiten eröffnet, mich gefordert, manchmal begeistert und gelegentlich ziemlich genervt. Sie war lange ein wichtiger Teil meines Lebens.
Aber sie war nie mein ganzes Leben.
Vielleicht merkt man das erst, wenn sich der eigene Blick auf Arbeit verändert.
Wenn Karriere nicht mehr das nächste Ziel ist.
Wenn Zeit plötzlich einen anderen Wert bekommt.
Wenn Freiheit wichtiger wird als Status.
Dann entsteht eine interessante Frage:
Was bleibt eigentlich übrig, wenn Arbeit nicht mehr die zentrale Koordinate des Lebens ist?
Vielleicht Erfahrung.
Neugier.
Beziehungen.
Dinge, die man noch lernen möchte.
Orte, die man noch sehen will.
Menschen, denen man etwas weitergeben kann.
Ich arbeite weiterhin gern. Aber ich möchte nicht mehr leben, um zu arbeiten.
Vielleicht ist das gar kein Rückzug aus der Arbeitswelt.
Vielleicht ist es nur eine andere Art, in ihr zu stehen.
Mit etwas mehr Abstand.
Und vielleicht auch mit etwas bequemeren Schuhen.

Text: Frank Meyer-von Törne (mit KI optimiert)
