
Wir optimieren heute erstaunlich viel.
Unsere Arbeitszeit.
Unsere Ernährung.
Unseren Schlaf.
Unsere Fitness.
Unsere Kommunikation.
Unsere Webseiten.
Unsere Karriere.
Und gelegentlich offenbar auch noch unsere Persönlichkeit.
Für beinahe alles gibt es Apps, Methoden, Coaches und Kennzahlen.
Ich komme selbst aus einer Welt, in der Optimierung zum Handwerk gehört. In IT und Projektarbeit ist es schließlich sinnvoll, Prozesse besser zu machen. Wenn ein Programm drei Stunden braucht, obwohl es auch in drei Minuten funktionieren könnte, sollte man vielleicht tatsächlich einmal hinschauen.
Aber irgendwann wurde aus der Verbesserung von Prozessen die Verbesserung von Menschen.
Und da wird es interessant.
Denn vielleicht muss ein Mensch gar nicht permanent effizienter werden. Vielleicht muss nicht jede Pause produktiv sein. Vielleicht darf ein Spaziergang einfach ein Spaziergang bleiben und muss nicht gleich als „aktive Regeneration“ in irgendeinem Selbstmanagementsystem auftauchen.
Ich habe zunehmend den Verdacht, dass wir uns manchmal vor lauter Optimierung das Leben selbst aus dem System konfigurieren.
Vielleicht wäre eine ziemlich radikale Form der Selbstbestimmung deshalb:
Nicht ständig besser werden zu müssen.
Sondern gelegentlich einfach zu sagen:
Passt schon.
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